Typklassen erklärt: Warum dein Automodell den Beitrag bestimmt

Zwei gleich alte Fahrer, zwei gleich teure Autos — und trotzdem zahlt einer das Anderthalbfache an Versicherung. Der Grund heißt Typklasse, und du legst sie mit dem Autokauf fest.

Was eine Typklasse ist

Jedes in Deutschland zugelassene Automodell bekommt jährlich eine Einstufung, die aus der echten Schadensbilanz aller Fahrer dieses Modells berechnet wird: Wie oft verursachen sie Unfälle, wie teuer sind die Schäden, wie oft wird das Modell gestohlen? Daraus entstehen drei Werte:

Je niedriger die Klasse, desto günstiger der Beitrag. Die Einstufung veröffentlicht der Gesamtverband der Versicherer (GDV) jedes Jahr neu — sie ist unverbindlich. Fast alle Versicherer nutzen sie aber als Grundlage.

Warum das für dich zählt

Die Typklasse ist neben deiner SF-Klasse der größte Preisfaktor. Und anders als dein Alter oder Wohnort kannst du sie dir aussuchen: mit dem Auto. Kleinwagen, die brav gefahren werden, haben niedrige Klassen. Modelle, die überdurchschnittlich oft in Unfällen auftauchen, stehen hoch. Typisch: kompakte Autos mit starken Motoren, die gern von jungen Fahrern bewegt werden. Der Effekt ist kein Kleingeld: Zwischen einem Toyota Aygo und einem gleichteuren sportlichen Kompakten liegen schnell 40 bis 60 € Versicherung im Monat.

Das Missverständnis mit dem Baujahr

Die Typklasse hängt am Modell, nicht am einzelnen Auto. Ein zehn Jahre alter Gebrauchter hat dieselbe Typklasse wie das gleiche Modell aus letzter Produktion. Du kannst sie also nicht „altfahren". Aber du kannst vor dem Kauf nachsehen, worauf du dich einlässt.

Wo du die Typklasse findest

Offiziell und kostenlos beim GDV über die Typklassenabfrage. Du brauchst nur Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN/TSN) aus dem Fahrzeugschein. Wo die stehen, zeigt dir der Ratgeber HSN/TSN: So liest du deinen Fahrzeugschein. In der AutoBudget-App ist die Typklasse bereits in die Monatskosten eingerechnet. Du siehst direkt das Ergebnis statt einer nackten Zahl zwischen 10 und 34.

Jährliche Änderungen: entspannt bleiben

Im Herbst veröffentlicht der GDV die neuen Einstufungen, und die Presse titelt zuverlässig „Millionen zahlen mehr". Praktisch bewegt sich ein Modell meist um eine Klasse rauf oder runter, ein paar Euro im Monat. Wichtig ist die Typklasse vor allem einmal: beim Autokauf. Danach ist sie gesetzt, und sparen lässt sich eher über SF-Klasse und Versichererwechsel.

Kurzfassung: Typklasse = Schadensbilanz deines Wunschmodells. Sie steht fest, bevor du den Schlüssel bekommst. Also prüfe sie, bevor du unterschreibst. Die AutoBudget-App rechnet sie dir direkt in die Monatskosten ein. Für iPhone laden (einmalig 0,99 €).

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