Versicherung fürs erste Auto: Damit musst du rechnen

Die Versicherung ist beim ersten Auto fast immer der größte Kostenblock, oft teurer als Sprit und Steuer zusammen. Hier steht, woran das liegt und wo du wirklich sparen kannst.

Warum Fahranfänger so viel zahlen

Versicherer rechnen mit Statistik, und die ist für Anfänger unerbittlich: In den ersten zwei Jahren passieren die meisten Unfälle. Deshalb startest du in Schadenfreiheitsklasse 0, mit einem Beitragssatz, der je nach Versicherer beim Doppelten eines langjährigen Fahrers liegt. Jedes unfallfreie Jahr stuft dich herab. Spürbar günstiger wird es aber erst nach drei bis fünf Jahren.

Das Auto entscheidet mit: die Typklasse

Nicht jedes Auto kostet gleich viel Versicherung. Jedes Modell hat eine Typklasse, die aus der echten Schadensbilanz aller Fahrer dieses Modells berechnet wird. Ein braver Kleinwagen liegt in einer niedrigen Klasse, ein PS-starker Gebrauchter in einer hohen. Beim selben Fahrer kann das über 50 € im Monat ausmachen. Wie das System funktioniert, steht im Typklassen-Ratgeber.

Realistische Zahlen für den Start

Mit SF-Klasse 0 und mittlerer Regionalklasse kostet die reine Haftpflicht für einen typischen Kleinwagen etwa 60 bis 110 € im Monat. Ein VW Up, ein Kia Picanto oder ein Hyundai i10 liegen am unteren Ende. Teilkasko kommt je nach Fahrzeugwert dazu; Vollkasko lohnt bei alten Gebrauchten meist nicht mehr.

Die drei Hebel, die wirklich etwas bringen

  1. Das richtige Auto wählen. Der größte Hebel überhaupt. Zwei ähnliche Kleinwagen können sich allein bei der Versicherung um hunderte Euro im Jahr unterscheiden. Vergleiche vor dem Kauf, nicht danach.
  2. Über die Eltern versichern. Läuft das Auto als Zweitwagen der Eltern, startet es oft in SF-Klasse ½ statt 0. Der Haken: Deine eigenen schadenfreien Jahre sammelst du so nur eingeschränkt. Manche Versicherer übertragen die Jahre später — vorher fragen, nicht hinterher.
  3. Jährlich zahlen und Werkstattbindung prüfen. Monatliche Zahlweise kostet Aufschlag; Telematik-Tarife („Fahrstil-Apps") können für ruhige Fahrer günstiger sein, sind aber Geschmackssache.

Woran du nicht sparen solltest

An der Deckungssumme der Haftpflicht (nimm die hohe: Der Preisunterschied ist klein, der Schutz riesig) und an der ehrlichen Kilometerangabe. Wer weniger angibt als er fährt, riskiert im Schadenfall Ärger, der jede Ersparnis auffrisst.

Vor dem Kauf durchrechnen: Die AutoBudget-App zeigt dir die geschätzte Versicherungsspanne für jedes Modell zusammen mit allen anderen Monatskosten — und verlinkt direkt zum Vergleichsrechner für dein persönliches Angebot. Für iPhone laden (einmalig 0,99 €).

Alle Zahlen sind Richtwerte mit den Annahmen SF-Klasse 0 und Regionalklasse 9. Dein tatsächlicher Beitrag hängt von Wohnort, Alter, Fahrleistung und Versicherer ab.

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